beziehungsweise – jüdisch und christlich: näher als du denkst

Die ökumenisch verantwortete Kampagne „#beziehungsweise – jüdisch und christlich: näher als du denkst“ möchte dazu anregen, die enge Verbundenheit des Christentums mit dem Judentum wahrzunehmen. Gerade im Blick auf religiöse Feste wird die Verwurzelung des Christentums im Judentum deutlich. Mit dem Stichwort „beziehungsweise“ soll der Blick auf die aktuell gelebte jüdische Praxis in ihrer vielfältigen Ausprägung gelenkt werden. Die Kampagne ist ein Beitrag zum Festjahr 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland.

Betonung der Nähe ist nur unter Wahrung der Würde der Differenz möglich. In einer respektvollen Bezugnahme auf das Judentum, die zur positiven Auseinandersetzung mit der Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland anregt, will die Kampagne auch einen Beitrag zur
Bekämpfung des Antisemitismus leisten.

Die Kampagne startet bundesweit im Januar 2021. Herzstück von beziehungsweise – jüdisch und christlich: näher als du denkst sind Monatsblätter bzw. Plakate, die monatlich wechselnd in Schaukästen, an schwarzen Brettern oder auch hier auf der Homepage veröffentlicht werden.

Monatsblatt Mai 2021:

Gedanken zur Plakataktion: Eine jüdische Stimme

Im Judentum gelten Mädchen mit 12 und Jungen mit 13 Jahren als erwachsen, das heißt, in der Lage, Verantwortung für das eigene religiöse Leben zu übernehmen. Von diesem Zeitpunkt an werden sie als „Bar Mitzwah“ bzw. „Bat Mitzwah“, als „Sohn/Tochter der Verpflichtung“, betrachtet und sind selbst verantwortlich für das Halten der Gebote. Erst seit dem Mittelalter begehen Jungen den Beginn dieser neuen Lebensphase mit einer Zeremonie, zu der das Rezitieren der Torah im Gottesdienst, ein Lehrvortrag und das Anlegen der Tefillin (Gebetsriemen) gehören. Von nun an werden sie zum Minjan, also des für bestimmte Gebete und Rituale notwendigen Quorums von zehn Männern, gerechnet.
Für Mädchen bildeten sich erst im Verlauf des 20. Jahrhunderts verschiedene Formen heraus, um die Bat Mitzwah zu feiern. Die Vorbereitungen für die Bar/Bat Mitzwah ziehen sich bei Kindern je nach Vorwissen und Gemeindepraxis über ein bis drei Jahre hin. Im Gottesdienst legen sie zum ersten Mal ihren Tallit an und tragen den Wochenabschnitt der Torah ganz oder teilweise vor, meist in der traditionellen musikalischen Rezitationsweise. Dazu kommt noch die Haftarah, die Prophetenlesung, in Hebräisch oder in der Landessprache. Danach folgt eine kurze Predigt, manchmal wird auch ein Teil des Gottesdienstes vorgebetet. Daran schließt der Kiddusch, ein festlicher Imbiss, in der Gemeinde an, und danach wird im privaten Rahmen mit Familie und Freundeskreis weitergefeiert.
Rabbinerin Dr.in Ulrike Offenberg

Über folgenden Link gelangen Sie zu weiteren Informationen bzw. dem jeweiligen Monatsimpuls: Home – #jüdisch – beziehungsweise – christlich (juedisch-beziehungsweise-christlich.de)

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