Die Brücke des Vertrauens

Vor einigen Wochen hatte das Lichtblicke-Team aufgerufen, sich an der Gestaltung einer „Brücke des Vertrauens“ zu beteiligen. Neben der evangelischen Kirche in Schaafheim waren auf der Wiese Pflöcke und Seile als Geländer vorbereitet worden, um die Brücke vorab anzudeuten. Wer mitmachen wollte, konnte – ganz für sich und wann immer er an der Kirche vorbeikam – einen großen oder kleinen Pflasterstein mit einem Schlagwort oder Bild bemalen und als symbolischen Baustein zwischen die Pflöcke auf die Wiese legen. Auf diese Weise hat die „Brücke des Vertrauens“ in Gemein­schaft (und doch kontaktlos) Gestalt angenommen und steht nun kunstvoll als Symbol, das den Weg hin zur Kirche bereitet.   

Am 10. Mai wurde zur gewohnten Zeit um 18 Uhr der Lichtblicke-Gottesdienst als Live-Stream gesendet – eine ungewohnte und dennoch gute Alternative, solange der persönliche Besuch der Kirche nicht möglich ist. Vor dem aktuellen Hintergrund erscheint das Thema „Krisenzeiten“ geradezu folgerichtig, doch wurde einleitend betont, dass es Krisen nicht erst seit „Corona“ gibt, sondern sie für jeden Einzelnen durch Krankheiten, Midlife-Crisis, Depressionen, Arbeitslosigkeit oder Ähnlichem entstehen. Die entscheidende Frage in Krisen ist, wer oder was in dieser Zeit der Lichtblick ist? Wer oder was macht uns Mut und lässt uns wieder Vertrauen gewinnen ins Leben und auf bessere Zeiten?

Aus Matthäus 14, 22-26 „Der Gang Jesu auf dem Wasser“ wurde die biblische Version einer Krise gelesen, als die Jünger im Boot inmitten eines Sturms Jesus auf dem Wasser kommen sahen und dieser Petrus befahl, über das Wasser zu ihm zu kommen. Begleitet von einem „live“ Spiel übernahm der Darsteller im Gummiboot die Rolle des Petrus und sprach die sorgenvollen Gedanken eines Verzweifelten aus, der damit hadert, den ersten Schritt in das dunkle Ungewisse zu wagen. Pfr. Marcus David betonte in seiner Predigt die große Erkenntnis der Jünger, die sie nach diesem und den vergangenen Wundern durch Jesus erlangen: „Du bist wirklich der Sohn Gottes.“ In dieser wahren Geschichte erkennt Pfr. David fünf wesentliche Aspekte: Das tiefe, im Sturm tosende Wasser symbolisiere das Chaos und Dunkle, worin diejenigen versinken, die nicht auf Jesus schauen und seine ausgestreckte Hand nicht erkennen. Das Boot stehe für die Kirche, für die Gemeinschaft der Gläubigen, die im Chaos zu versinken drohe. Dass Jesus morgens um 3 Uhr zu den Jüngern kam, verdeut­liche, dass er allein den richtigen Zeitpunkt bestimme. Durch Petrus Freude über Jesus’ Ankunft lasse sich erahnen, wie beglückend die Gegenwart Gottes ist. Und schließlich: Dass Jesus Petrus in einem schwachen Glaubensmoment rettet, als er zu versinken droht und zweifelt, mache deutlich, dass wir keine „Glaubenshelden“ sein müssen, um gerettet zu werden. Vielmehr reiche es aus, in kindlicher Einfachheit, Schwachheit zu glauben. „Denn Jesus ist genau deshalb Mensch geworden, um Dich und mich zu retten“, erklärte Pfr. David.

Den ersten, mutigen Schritt ohne eine Gewissheit über den Verlauf des Weges zu wagen, bedeute für sie Glauben und Gottvertrauen, wie die anschließende Sprecherin erläuterte: „Wege entstehen beim Gehen mit Mut, Kraft und Vertrauen.“ Durch Filmeinspielungen erfuhren die Zuschauer, welche unterschiedlichen Dinge die Men­schen durch ihr persönliches Tal hindurchführen und was aus einer Krise Gutes entstehen kann. Und in Schaafheim ist der Weg der „Brücke des Vertrauens“ durch die Menschen entstanden, die sich beteiligt haben, wofür sich das Gottesdienst-Team abschließend herzlich bedankte. Die Mitarbeiter hoffen, dass der nächste Lichtblicke-Gottesdienst am 14.06.2020 wieder persönlich stattfinden kann.

In Schaafheim ist neben der Kirche eine „Brücke des Vertrauens“ entstanden, mit der das Lichtblicke-Team seine Besucher ermutigt, mit Geduld und Vertrauen durch Krisenzeiten zu gehen.

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