Eine Ära geht zu Ende…

und Ruth Becker wird in den Ruhestand verabschiedet.

Von 1985 bis 2021 hat sie die Evang. Kindertagesstätte  in der Wilhelmstrasse geleitet. Eine lange Zeit!
Etliche Generationen Kinder mit ihren Eltern haben Ihre Dienstzeit durchlaufen und ihre Präsenz ist in ihren Erinnerungen fest verankert. Frau Becker hat die Arbeit des Kindergartens mit ihrer pädagogischen Kompetenz, mit ihrer umsichtigen Mitarbeiterführung, mit ihrem persönlichen Glauben und ihrem schelmischen Humor fast vier Jahrzehnte lang geprägt. Drei pädagogische Einrichtungen wurden in dieser Zeit in Schaafheim errichtet oder umgebaut. Die Kita in der Lönsstrasse, die Kinderkrippe und jüngst das neue Kindergartengebäude. Überall hat sie mit ihrer Erfahrung und ihrer vorrausschauenden Art  beratend mitgewirkt, geduldig Überzeugungsarbeit geleistet und mit dem Team Ideen entwickelt und umgesetzt, was jetzt den Mitarbeitenden und den Kindern zugutekommt.

„Ab in den Ruhestand…“

Und welchen Wandel hat die pädagogische Arbeit in all den Jahren erlebt! Von 1979 bis 1985 hat Ruth Becker selbst als junge Erzieherin eine Gruppe geleitet, bevor sie die Leitung übernommen hat. Lange Jahre gab es noch die klassischen Öffnungszeiten. Die Kinder kamen vormittags, wurden mittags abgeholt und kamen dann nochmal nachmittags. Für jede der vier Gruppen gab es eine Erzieherin und evtl. eine Praktikantin. Mit der Leiterin bestand das päd. Personal aus höchstens 8 bis 9 Personen. Heute, mit verlängerten Öffnungszeiten, dem Mittagessensangebot und der Krippe, hat sich die Anzahl der Fachkräfte mit unterschiedlichen Stundenumfang auf ca. 25 MitarbeiterInnen erhöht. Dazu kommen sieben Hauswirtschafts- und Reinigungskräfte.  Das Büro von Ruth Becker war gleichzeitig Personalabteilung, Abrechnungsstelle, Anmeldezimmer, Beratungszentrum, Hausmeisterei, Entwicklungsstelle für Konzeptionen, Telefonannahmestelle  und vieles mehr. Und sie war die Chefin all dieser Abteilungen! Es gab Tage, das schwirrte ihr gehörig der Kopf, wie man sich vorstellen kann und in ihrem Büro ging es zu wie in einem Taubenschlag. Und trotzdem ist Frau Becker allen Menschen, die bei ihr ein und aus gingen mit Freundlichkeit und auf Augenhöhe begegnet.

Am 27. August wurde Frau Becker bei einer akademischen Feier würdig verabschiedet. Lucy und Willi, zwei Figuren aus der Kita, zogen nachdenklich Bilanz über ihre Beobachtungen und Erfahrungen mit der immer fleißigen und stets besonnenen Leiterin ihres Kindergartens. Pfr. David und Bürgermeister Rauschenberger richteten dankende und anerkennende Worte an Frau Becker.

Überraschungsgast war Frau Heinz mit ihrem Mann. Als Vorgängerin konnte sie sich noch gut erinnern, wie sie vor 36 Jahren Ruth Becker ermutigte, diese große Aufgabe anzunehmen.  Per Videoschalte grüßte Frau Isabel Hartmann, ehemalige Pfarrerin von Schaafheim. Sie hatte mit dem Kitateam etliche sehr lebendige Familiengottesdienste gefeiert. Auch aus Schweden kam ein Grußwort einer ehemaligen Mitarbeiterin. Für Cornelia Tyrberg, geb. Schmidt wurde Frau Becker ein großes Vorbild darin, wie sich persönlicher Glaube und päd. Arbeit verbinden lässt. Sie hat ihre Lernerfahrungen aus Schaafheim bis nach Schweden getragen.

Weitere Grußworte kamen von Carolin Winter (Elternbeirat) und Angelika Fietz (gemeindeübergreifende Trägerschaft).

Schließlich kam Ruth Becker selbst noch ans Rednerpult und sprach davon, wie sie die Jahre ihrer Leiterschaft erlebt hat. Unter anderem betonte sie drei Punkte, die ihr stets wichtig waren und ihrer Arbeit ein tragendes Fundament und eine gute Qualität verliehen haben:

  1. Das Bestreben, jedem Menschen, ob Kind, Eltern, Kollegin oder anderen Personen im Kitaalltag, wertschätzend auf Augenhöhe zu begegnen und seine Anliegen ernst zu nehmen.
  2. In herausfordernden Situationen im direkten Gespräch zu bleiben und kein schlechtes Gerede zuzulassen. Dies gibt allen Beteiligten Sicherheit im Umgang miteinander.
  3. Die Bitte um den Segen Gottes und seine Bewahrung und Leitung.  Die kindgerechte Vermittlung des christlichen Glaubens an Kinder und Eltern ist etwas sehr Kostbares.

Diese Werte haben die Arbeit von Ruth Becker geprägt und das war für Außenstehende durch die  Atmosphäre  in der Einrichtung spürbar.

Und nun freut sich Frau Becker auf die Zeit, die vor ihr liegt und die sie nun für sich selbst und gemeinsam mit ihrem Mann gestalten kann. Sie ist zuversichtlich, dass Die Arbeit in der Kita  durch die neue Leitung und das Team professionell weitergeführt  wird.                                                                                                       

Elisabeth Wüstner                      

„Kinder sind eine Gabe Gottes“ Psalm 127,3
„Nele“
Ein Abschiedsgeschenk von Frau Becker für „ihre“ Kita



     

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