Die „Freude am Geben“

erlebten die Schaafheimer durch die Geschenkkörbe des Lichtblicke-Teams

Der Lichtblicke-Gottesdienst vom 14.06.2020 wurde auch dieses Mal im Voraus aufgenommen und am Sonntag ab 10.15 Uhr per Videostream über die Webseite der Evangelischen Kirche Schaafheim gesendet, sodass man ihn den ganzen Tag oder zur gewohnten Zeit um 18 Uhr anschauen konnte.

Nachdem in der Begrüßung kurz das Thema „Freude am Geben“ eingeleitet wurde, stimmte die Band die Zuschauer auf die Atmosphäre des Gottesdienstes ein, die im Lichtblicke-Format seither eine besondere ist. Im anschließenden Einspiel wurde das Thema anschaulich, indem eine Frau erschien, die ihre Arbeitspause dazu nutzte, den Inhalt einer Bäckertüte genussvoll auf einen Teller anzurichten und dann herzhaft in das erste Brötchen zu beißen. Ein junger Mann näherte sich neugierig und mit verlegenem Interesse. Als er erklärte, seit gestern nichts mehr gegessen und kein Geld zu haben, fühlte sich die Dame schließlich – eher missmutig – genötigt, ihm ein Backstück anzubieten. Nach einigen genießerischen Bissen teilte der junge Mann sein Brötchen unvermittelt mit einem Obdachlosen, den er in der Nähe erblickte. Als die Dame entsetzt darauf reagierte, was der junge Mann mit ihrem Geschenk anstellte, erklärte dieser, dass er doch seine Freude gerne teile und ihr Geschenk ihm nun seinerseits noch mehr Freude bereite. Die Dame begriff, dass ihr Geschenk ihr selbst nun dreifach zur Freude gereichen konnte und gab schließlich noch mehr Brötchen an die beiden Hungrigen weiter. 

Im Mittelpunkt der Predigt von Pfarrer David stand der Bibeltext „Die Gütergemeinschaft der Urgemeinde“ aus der Apostelgeschichte (Vers 4, 32-37), der davon berichtet, dass die Gläubigen alles teilten und ihr Eigentum aufgaben, nachdem ihnen die Apostel von der Auferstehung Jesu berichtet und ihre Freude darüber mit ihnen geteilt hatten. Hier wird deutlich, dass es der geistliche Besitz ist, der zählt: Liebe untereinander und Gemeinschaft und nicht der irdische Besitz. Pfarrer David erläuterte, dass es auch heute noch christliche Gemeinschaften wie den „Bruderhof“ gebe, die Gütergemeinschaft praktizieren, und erinnerte an die Solidarität der Christen untereinander. Beispielhaft habe Paulus mit seinen Sammlungen für die Christen das „fröhliche Herz“ beim Geben betont: Der Gebende, der Beschenkte und Gott, dem dafür gedankt wird – alle werden beim Geben erfreut und erfahren die christliche Liebe. Johannes habe es treffend zusammenfasst: „Gott ist Liebe und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott in ihm“. 

Bevor die Zuschauer von verschiedenen Erfahrungen des Gebens hörten, betonte ein Lichtblicke-Mitarbeiter, dass das Geben im Sinne von Teilen etwas anderes sei, als Dinge wegzugeben und zu spenden: „Teilen ist mehr: Indem ich einen Teil gebe, der mir wichtig ist, trete ich mit dem anderen Menschen in Verbindung.“ Aus dem Gedanken heraus, Menschen eine Freude zu bereiten, hatte das Team im Vorfeld die Aktion „Haben Sie schon mal einen Korb bekommen?“ in Schaafheim gestartet: Im Ort waren vier gefüllte Körbe auf Wanderschaft gegeben worden. Wer einen Korb vor seiner Haustür fand, durfte sich etwas daraus aussuchen, etwas Neues hineinlegen und den Korb an jemand anderen weiterreichen. Eine Beschenkte berichtete im Gottesdienst dann über ihre Freude, als sie nach der Arbeit den Korb vor ihrer Tür fand. Ein Schild darin mit der Aufschrift „Heute ist mein Lieblingstag“ gefiel ihr besonders und erfreue sie nun jeden Tag. Sie habe sich durch die Aktion beachtet und wertgeschätzt gefühlt. Die Mitarbeiter berichteten aber auch von anderen Reaktionen, z. B. gab es auch Unsicherheit, das Geschenk anzunehmen, sodass ein Korb wieder abgeholt werden musste. In weiteren Erfahrungsberichten wurde von der Freude an gemeinsame Erinnerungen mit Verstorbenen erzählt, über das Gefühl von Dankbarkeit beim Blutspenden oder wie gut es sich anfühlt, das Geben aktiv zu gestalten, indem man sich für einen Organspende-Ausweis entscheidet. 

Abschließend wünschten die Mitarbeiter ihren Zuschauern den Mut, Geschenke anzunehmen und ihren Ideen nachzugehen, um zu schenken und anderen Freude zu bereiten. Ihre Fürbitte galt den Menschen, die nicht annehmen oder nicht geben können. Das Team hofft sehr, dass der Gottesdienst am 9. August wieder mit Besuchern stattfinden kann und verabschiedet sich in die Sommerpause.

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