Identität in Gott

Für viele sind sie mittlerweile deutlich spürbarer als sonst. Unsere ganz spezifischen Ängste, Probleme und Herausforderungen.

Also das, was wir im Alltag erfolgreich in den Hintergrund schieben können. Durch Corona wurde unser Alltag ausgehebelt und das tiefere kommt zum Vorschein, was in uns allen steckt, bei jedem etwas anderes:

  • Habe ich Angst vor dem Alleinsein?
  • Ist es die innere Leere, die ich nicht mehr stopfen kann?
  • Sind es Geldsorgen?
  • Zukunftsängste?
  • Sorgen um meine Gesundheit?
  • Bin ich einfach frustriert, weil ich zu wenig Beachtung spüre?
  • Weiß ich selbst mit mir nichts anzufangen?

Von Leuten, die keinen Partner haben, höre ich, dass sie diesen derzeit besonders vermissen. Von Menschen, die einen Partner haben, hören wir, dass sie gerade so von ihrem Partner genervt sind wie noch nie. Egal was uns stört: Wir können ihm nicht mehr so einfach entrinnen. Wir sind mit den Abgründen unserer Selbst konfrontiert. Wenn wir uns dem stellen, kann es besser werden: Alle diese Themen haben eine Wurzel. Sie haben mit unserer Identität zu tun.

Woher bekomme ich meine Bestätigung und Anerkennung, woher meine Sicherheit?

Je tiefer ich meine Identität in Gott gründe, desto weniger können mir all diese Themen etwas anhaben:

•          Habe ich Angst vor dem Alleinsein?

– Je mehr ich Gottes Gegenwart wahrnehme, desto weniger bin ich allein.

•          Ist es die innere Leere, die ich nicht mehr stopfen kann?

– Je mehr ich mich von Jesus erfüllen lasse, desto weniger bin ich innerlich leer.

•          Sind es Geldsorgen?

– Wenn Gott mein Versorger ist, bin ich unabhängiger vom Geld. Übrigens gehört Gott alles Geld dieser Welt.

•          Zukunftsängste?

– Wenn ich meine Zukunft in Gott sicher weiß, habe ich weniger Angst davor.

•          Sorgen um meine Gesundheit?

– Wenn ich weiß, dass Gott mein Arzt ist und mich eines Tages vollkommen heil machen wird, brauche ich weniger Sorgen um meine Gesundheit zu haben.

•          Bin ich einfach frustriert, weil ich zu wenig Beachtung spüre?

– Wenn ich Gottes Liebe und Beachtung für mich spüre, bin ich weniger frustriert.

•          Weiß ich selbst mit mir nichts anzufangen?

– Ich nicht, aber Jesus weiß immer was mit mir anzufangen und wenn ich mit ihm bin, dann habe ich schöne Dinge in seinem Auftrag zu tun.

Wie kann ich meine Identität in Gott vertiefen?

1. Zeit mit Gott verbringen

Je mehr ich Zeit mit Gott verbringe, desto mehr lerne ich Gott kennen. Je mehr ich in seinem Wort betend lesen, desto mehr wird es Teil von mir. Dann fallen mir schneller die passenden Bibelstellen und Zusagen Gottes ein.

2. Vergegenwärtigen: Was hat Gott über mich gesagt?

Weil ich ein Geschöpf Gottes bin, haben wir einen Schöpfer, der sich um uns kümmert und uns versorgt. Wir müssen uns nicht mehr wie misstrauische Waisenkinder verhalten, die ständig ihr eigenes Recht erkämpfen müssen, weil sie die Erfahrung machen mussten, dass sie keine Eltern haben und sich niemand um sie kümmert. Wir haben sogar einen Vater im Himmel, der mich sein Kind nennt, wenn ich ihm vertraue und mit ihm lebe.

Dazu hilft es, sich bestimmte Aussagen aus der Bibel besonders bewusst zu machen. Hier habe ich dafür ein paar Bibelstellen herausgesucht.

Schreibe diese auf Zettel, die Sie du aufhängst. Erinnere dich immer wieder selbst daran und bete diese Zusagen laut – das hilft gegen Ängste und Sorgen:

Johannes 1,12: „So viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.“

Psalm 91,1-2: „Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem HERRN: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.“

Psalm 46,2: „Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben.“

Psalm 32,7-8: „Du bist mein Schirm, du wirst mich vor Angst behüten, dass ich errettet gar fröhlich rühmen kann. Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, / den du gehen sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.“

3. Gott überall mit reinnehmen

Dieser Tipp ist eigentlich falsch formuliert, denn Gott ist überall mit dabei. Nur in meine Überlegungen nehme ich ihn nicht überall mit hinein. Und dann überwältigen mich meine Ängste und Sorgen. Wenn Gott da ist, sieht die Welt anders aus.

Und das kann ich in ganz bewussten Schritten tun: Wenn ich zum Beispiel über Gelddinge nachdenke, die mich sorgen, dann gehe ich erst einmal ins Gebet und erzähle Gott all meine Anliegen. Meistens schrumpfen die Probleme in der Gegenwart Gottes auf ihre viel kleinere, tatsächliche Größe. Weil mein Gott viel größer ist.

Und das kann ich mit allen Sorgen und Sehnsüchten tun. Mit meinen Wünschen und Befürchtungen. Sobald Gott dabei ist, verändern sie sich.

4. Ängste und Schwächen sind Anschlusspunkte, durch die Gott uns segnen kann

Damit sind wir beim nächsten Punkt: Gott segnet auch durch Ängste und Sorgen hindurch. Ängste und Sorgen kommen nicht von Gott, er will, dass es uns gut geht.

Aber zum einen sind Schwächen und Ängste vollkommen in Ordnung. Nimm sie an und ernst. Und zum anderen will Gott gerade in meiner Schwäche stark sein.

Gottes Kraft ist viel größer als meine eigene Stärke. Das Problem ist ja, dass ich die Dinge meistens alleine aus eigener Kraft versuche. Und da, wo ich mir die Schwäche und Angst eingestehe, und die Angelegenheit Gott übergebe, kann er mächtig wirken.

Unterm Strich passiert dann durch Angst und Schwäche, in der Gott stark wird, viel mehr Gutes als durch meine vermeintliche Stärke. So segnet Gott durch unsere Schwäche uns und andere und verherrlicht sich selbst darin.

5. Erkennen und Freuen: Wie hat Gott mir bisher schon geholfen?

Gott bittet sein Volk, sich immer wieder gegenseitig zu erzählen, was er ihnen alles schon Gutes getan hat. Das ist wichtig, weil wir das immer wieder vergessen und dann meinen, auf uns allein gestellt zu sein.

Deshalb der letzte Tipp zur Stärkung meiner Identität in Gott: Schreibe eine Liste mit dem Guten, was Gott dir schenkt. Menschen, die das täglich machen, werden dankbarer und zufriedener. Weil sie sich selbst immer wieder an ihre Identität erinnern, ein Kind Gottes zu sein.

Es gibt nichts Stärkeres gegen Ängste und Sorgen als die Gewissheit, einen liebenden und sorgenden Vater zu haben. Und so sind wir gerüstet, uns den Ereignissen dieser Zeit zu stellen.

Kommentare sind geschlossen.