Kopf hoch – es ist sowieso Endzeit

Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Livenet

Noch vor kurzem war Corona nur ein feines Bier, heute ist es in aller Munde und macht den Menschen Angst. Wie können wir aus der Ecke der Bibel eine solche weltweite Seuche einordnen? Ist es „Endzeit“?

„Endzeitstimmung“ – ein Wort, das unsere Sprache aus der Bibel ausgeliehen hat. Immer, wenn sich Katastrophen häufen, bekommen wir dieses Gefühl: So kann es nicht mehr lange weitergehen. Ist das nur ein Gefühl, oder ist da was dran?

Die Geschichte läuft auf ein Ziel zu

Man kann sich den Lauf der Geschichte auf verschiedene Art vorstellen. Östliche Religionen reden eher vom „Rad des Daseins“ – also, alles war schon mal da, und dieses Rad dreht sich endlos weiter.

Das biblisch-christliche Weltbild ist demgegenüber von einem Anfang und einem Ende gekennzeichnet: Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde, und am Ende steht eine neue Schöpfung. Also kein Rad, eher ein Pfeil. Es ist Neues möglich. Mit den Augen des christlichen Glaubens gesehen, ist die Geschichte zielgerichtet und läuft auf einen Höhepunkt zu.

Jesus kommt noch einmal

Es geschieht nicht nur in Hollywood-Filmen, sondern wird ganz real sein: Jesus wird noch einmal auf die Erde kommen, Gerechtigkeit schaffen und Dinge in Ordnung bringen. Das ist ein weiterer Fixpunkt des Geschichtsverständnisses der Bibel. Jesus hat das selbst vorausgesagt, darauf warten Christen seit 2000 Jahren, darum setzen sie sich für die Welt ein, und das wird einen gewaltigen Umschwung in der Geschichte der Menschheit bringen.

Zeichen, dass sich Dinge verdichten

Biblisch gesprochen, ist „Endzeit“ nun die Zeitspanne zwischen dem ersten und dem zweiten Kommen von Jesus – wir sind also mittendrin. Jesus selbst sagt zwei parallele Entwicklungen voraus: Das Böse wird zunehmen, aber auch das Gute, also das Reich Gottes, wird wachsen. Noch nie sind z.B. so viele Menschen auf der Erde Christen geworden, die Kurve steigt steil an; weltweite Bewegungen erreichen in kurzer Zeit Millionen von Menschen.

In einer Geschichte erklärt Jesus, dass das Gute (Weizen, der gesät wird) und das Böse (Unkraut, das dazwischen gesät wird) „beides zusammen“ bis zur Ernte wachsen soll (nachzulesen beim Evangelisten Matthäus 13,24-30).

Es ist nicht nur alles schlimm

Auch im säkulären Bereich gilt: Unsere Welt wird nicht nur schlimmer. Es gibt zum Negativen auch gegenläufige Tendenzen: Seuchen sind ausgerottet (z.B. Pocken), Bildung und Wohlstand steigen global gesehen (es gibt eine neue Mitteklasse in Afrika und Asien), wir haben weniger Kriege (wenn man es mit früheren Jahrhunderten vergleicht), die Lebenserwartung nimmt zu – alles Fakten, die eher selten den Weg in die Medien finden. Damit soll Schlimmes nicht verneint werden, aber wir neigen gern zur Einseitigkeit und zur Verallgemeinerung.

Kein Mensch weiß, wann „es“ geschieht

Wir sollen wach sein, das Weltgeschehen mit offenen Augen sehen und einzuordnen versuchen. Aber immer, wenn Endzeit-Hysterie entsteht (und die gibt es alle paar Jahre), ist es gut, sich an die Worte von Jesus zu erinnern: „Niemand weiß, wann das Ende kommen wird. Keiner kennt den Tag oder die Stunde, auch nicht die Engel im Himmel, ja nicht einmal der Sohn Gottes. Allein der Vater kennt den Zeitpunkt.“ (Matthäus 24,36, Hoffnung für alle)

Endzeitstimmung: Kopf hoch!

Es ist verständlich, dass diese „Zeichen der Zeit“ gern Angst erzeugen (vor allem, wenn man nur die negativen Nachrichten liest). Aber Jesus sagt: „Wenn das alles geschieht: Erhebt eure Häupter, denn eure Erlösung kommt näher“ (Lukas 21,28). Kopf hoch – Jesus kommt! Unser Kopf gehört nicht in den Sand, er soll auch nicht runterhängen, sondern hoch damit! Wir sollen ungeduldig und voll Sehnsucht Jesus erwarten, und sei es auch mit Tränen in den Augen.

Das Ende ist der Anfang

Diese Haltung öffnet den Blick nach vorn. Das ist das Fantastische an der Weltsicht der Bibel: die Geschehnisse der Endzeit sind nichts anderes als „Wehen der neuen Zeit“. Wehen zeigen: Da wird etwas Neues geboren! Ein grundlegend erneuerter Kosmos ist die reale Voraussage der Bibel. „Eines Tages ist das Vorwort zu Ende, und das erste Kapitel fängt an“, sagte C.S. Lewis.

Also: Lassen Sie sich grippeimpfen, waschen Sie die Hände gut und husten Sie in den Ellbogen – aber um Gottes willen, heben Sie dann den Kopf hoch! Gott hat die Kontrolle nicht verloren. Das Beste kommt erst noch.

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