„Männer suchen Gott“ besuchen AbuBakr Moschee

Männerkreis der evangelischen Kirche sucht den Austausch mit dem Islam

Nachdem  die Männer im letzten Jahr sich in der Synagoge in Darmstadt über die Grundzüge des Judentums informiert hatten stand dieses Jahr die Information über die dritte der Buchreligionen auf dem Programm. Dazu wurde die islamische Gemeinde der AbuBakr Mosche in Frankfurt besucht. Diese Gemeinde pflegt einen regelmässigen Austausch mit den christlichen Gemeinden in den umliegenden Stadtvierteln. Der Vorsitzende der sunnitischen Gemeinde empfing sie und erklärte bei einer Führung durch die Mosche die Bedeutung der einzelnen Einrichtungen sowie der Grundstruktur der Gemeinde. Nach einer Einführung in die fünf wesentlichen Elemente des muslimischen Glaubens und Lebens (öffentliches Glaubensbekenntnis, Gebet, das Fasten, die soziale Pflichtabgabe und die Pilgerfahrt nach Mekka) nahmen sie am Abendgebet der Gemeinde teil. Hierbei werden anders als in der evangelischen Kirche Schaafheim zunächst die vorderen Reihen gefüllt und erst wenn die nächstvordere gefüllt ist wird eine neue aufgemacht. Im Anschluss an das Gebet kann jeder Teilnehmer sich mit dem Imam noch über theologische Themen austauschen. Es überraschte doch sehr welch großer Kreis sich bildete um diesen Austausch zu pflegen.

Danach wurden die Gemeinderäume und -Aktivitäten vorgestellt. Die Gemeinde organisiert für Kinder regelmässig Nachhilfe, hält Koranunterricht ab, organisiert aber auch praktische Hilfe für z.B. Behördengänge, zur Ausbildungs- und Schulberatung aber auch zur Drogenberatung. Der Imam steht Gemeindemitgliedern und anderen auch Nichtmuslimen für Fragen des praktischen Lebens und des Zusammenlebens zur Verfügung.

Im Anschluss wurden die Männer zum Tee eingeladen und der Vorsitzende der Gemeinde beantwortete Fragen der Männer. So erfuhr man, dass ein Imam den Koran auswendig kennen muss und wenn er ihn zitiert auch jeder noch so kleine Fehler – auch wenn es nur ein falsch gesetztes Komma ist – sofort auffällt. Der Koran selber ist in arabisch und es wird Wert darauf gelegt, dass er auch in arabisch verstanden wird, damit der Leser nicht durch Interpretation eines Übersetzers von dem wahren Wort abgebracht wird.

Auch in der moslemischen Welt wird die Ökumene gelebt und Schiiten können jederzeit am Gebet und dem Gemeindeleben in einer Sunnitischen Moschee teilnehmen.

Bei dem Thema Sünde und Vergebung überraschte der Ansatz des Islam, dass Allah Menschen Sünden gegen Mitmenschen nur dann vergibt wenn man seinen Mitmenschen selber um Vergebung gebeten hat. Diese Regel führt zu einem doch sehr sorgsamen Umgang mit seinen Mitmenschen. Darüber hinaus erlaubt der Koran Gewalt nur zur Verteidigung. Die kriegerischen Handlung die im Namen des Glaubens zur Zeit gefügt würden, würden klar gegen die Regelungen des Korans verstossen.

Die Runde wurde beendet als zum Nachtgebet gerufen wurde. Das Gebet nimmt eine zentrale Rolle im Glaubensleben ein und die Teilnahme ist jedem Muslim wichtig.  Die Männer verabschiedeten sich und bedankten sich für die  offenen und vorbehaltlosen Gespräche.

Der Vorsitzende der Gemeinde lud die Männer ein gerne jederzeit wiederzukommen und man würde sich freuen, wenn auch Frauen mitkommen würden.

Zum Abschluss kehrten die Männer  noch in Sachsenhausen in einer Äpplerkneipe ein bevor man sich auf den Heimweg nach Schaafheim machte.

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