Lichtblicke

„Sei Du selbst!“ statt Schwächen hinter Masken zu verbergen

Der letzte Lichtblicke Gottesdienst in diesem Kalenderjahr hat sich mit dem Thema „Masken“ beschäftigt – aber nicht aus aktuellem Anlass, sondern mit der Frage: „Was kann uns ermutigen, die Masken abzulegen, hinter denen wir uns manchmal verstecken?“

Zur Begrüßung erläuterte die Lichtblicke-Mitarbeiterin die unterschiedlichen Arten von Masken: solche, die als Schutzmaske das Gesicht oder die Atemwege schützen, oder die, die Augen oder Haut pflegen, oder die verschiedenen Sorten, die das eigene Gesicht verbergen und ein anderes erscheinen lassen wie die Faschings- oder Halloweenmasken, die auch zum Erschrecken geeignet sind. Die modernen Medien bieten heute darüber hinaus noch ganz neue Möglichkeiten, sein wahres Gesicht zu verbergen, wie das kleine Szenenspiel verdeutlichte: Moritz ist alleinstehend und erstellt sich zum ersten Mal ein Facebook-Profil. Sein Freund hat Erfahrung darin, welche Kennzeichen für Frauen dort interessant sind und erläutert ihm: „Man muss schon ein ‚bisschen‘ übertreiben, um herauszustechen, weil das einfach alle so machen.“ Als Ergebnis präsentiert sich der zurückhaltende, unsportliche und mittelalte Moritz in Facebook als Mo, Sportskanone, Musikgenie (immerhin spielt er Mundharmonika) und Jungspund. Und tatsächlich: Das erste Date steht an mit Klara, die sich für den Sportler interessiert. Moritz übersteht das Treffen verkleidet in den Sportsklamotten seines Freundes. Während ihm sein schlechtes Gewissen bereits die Maskerade erschwert, wird es ihm unmöglich, die falsche Rolle fortzusetzen, als er mit Klara joggen gehen soll. Die Maske fällt, denn Moritz ist offensichtlich kein Sportler und das Mädchen hat kein Interesse, eine Freundschaft mit einem Lügner zu beginnen.

In ihrer Predigt nahm Prädikantin Liane Steigerwald Psalm 139 in den Fokus des Themas. Sie erläuterte, dass in den Psalmen generell Sehnsüchte ausgesprochen und Erfahrungen der Menschen bildhaft ausgedrückt würden. Sie seien auch heute noch aktuell, da die Gefühle der Menschen über tausende Jahre gleichgeblieben seien. In Psalm 139 offenbare sich König David Gott und er sei eines der innigsten und tiefsten Gebete. Im Gegensatz zum früher gern angewandten Erziehungsmittel: „Der liebe Gott sieht alles“ würde dieser Psalm die Zusage vermitteln, dass Gott uns als liebender Vater im Blick behalte. Er kenne alle unsere guten und schlechten Gedanken und Gefühle – auch wenn wir noch so viele Masken aufsetzen. „Das Wunderbare ist“, so Prädikantin Steigerwald, „dass Gott uns trotzdem nicht verpetzt oder mobbt, sondern liebevoll in unser wahres Gesicht schaut. Er nimmt uns aber nicht nur an, wie wir sind, sondern hilft uns auch, uns zu verändern und unseren inneren Feinden zu entkommen“. Frau Steigerwald erinnerte an die beiden Schlussverse als Anregung zum Gebet: „Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz, prüfe mich, und erkenne mein Denken! Sieh her, ob ich auf dem Weg bin, der dich kränkt, und leite mich auf dem altbewährten Weg!“ (Psalm 139, 23-24)

Im Szenenspiel hat Moritz seine Erfahrung abschließend gelehrt, dass es zu anstrengend sei, „so zu tun, als ob“ und setzt künftig keine Maske mehr auf. Unterdessen fand das Lichtblicke-Team für seinen praktischen Teil niemanden, der öffentlich von seiner Erfahrung, eine Maske abzulegen, erzählen mochte. Deshalb hatten die Besucher die Gelegenheit, jeder für sich unter musikalischer Begleitung ins Gespräch mit Gott zu gehen, um sich ihm mitzuteilen. Abschließend betonte die Lichtblicke-Mitarbeiterin, dass die Alltagsmasken zurzeit die Gemeinschaft zwar überhaupt ermöglichten, ermutigte aber gleichzeitig die Besucher, die Masken vor Gott abzulegen: „Denn Gott liebt Dich, egal wie Du bist.“

Die Lichtblicke-Gottesdienste pausieren über die Jahreswende bis zum 14.02.2021.

Lichtblicke – Einladung zum KircheAnders Abendgottesdienst in neuem Format

Einen modern gestalteten Abendgottesdienst bietet die Evangelische Kirchengemeinde Schaafheim an den oben genannten Abendgottesdiensten um 18 Uhr an: ansprechende Musik, ein Theaterstück, praktische Tipps, was der Glaube mit dem Alltag zu tun hat, und die Möglichkeit, sich persönlich segnen zu lassen. „Lichtblicke“ heißt dieses neue Gottesdienst-Format. Es soll ein Jahr lang einmal monatlich Menschen einladen und ansprechen, die mit der traditionellen Liturgie nicht so viel anfangen können und neugierig sind auf neue Impulse für Glauben und Leben. Kreativ und ganz nah am Ursprung des christlichen Glaubens wollen die Mitarbeiter zusammen mit den Pfarrern Themen quer durch die Bibel aufgreifen.

Der Name „Lichtblicke“ ist Programm: „Der Glaube bringt Licht in unseren Alltag“ – so die Erfahrung des Vorbereitungsteams.

Jeder ist herzlich eingeladen! Für Familien gibt es die Möglichkeit, während des Gottesdienstes eine Betreuung für Kindergarten- und Grundschulkinder mit Snack im Evangelischen Gemeindehaus in der Lutherstr. 3 in Anspruch zu nehmen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich!

Wir laden Interessierte herzlich ein, sich durch „Lichtblicke“ neu inspirieren zu lassen! Sehen wir uns am Sonntagabend um 18:00 Uhr in der Ev. Kirche Schaafheim!

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